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Freitag, 4. Oktober 2019

Börseninterview 4. Oktober 2019

https://www.handelszeitung.ch/geld/als-kurzfristige-trading-idee-sind-die-banktitel-attraktiv


Was beschäftigt derzeit die Finanzmärkte?
Zurzeit lasten geopolitische Risiken wie Brexit, Handelskrieg und Konflikt im Mittleren Osten auf den Finanzmärkten. Zudem hat sich das globale Wachstum etwas abgeschwächt. Investoren fliehen deshalb in Staatsanleihen und den US-Dollar, während sie Aktien und den Euro meiden.

Wie wird sich die Schweizer Börse kurzfristig entwickeln?
Kurzfristig dürfte sich die Börse seitwärts bewegen, denn die Schweizer Börse hat erstens seit Jahresbeginn enorm zugelegt und zweitens ist die Stimmung aufgrund des negativen Nachrichtenflusses schlecht. Korrekturen wie wir sie Ende 2018 erlebt haben, sind deshalb nicht auszuschliessen, insbesondere in Anbetracht der aktuellen Risiken. Ich rechne aber nicht mit einem Oktober-Crash, da das wirtschaftliche Umfeld noch solide ist.

Wo steht der SMI in zwölf Monaten?
Der SMI hat durch sein hohes Gewicht an Titeln wie Nestlé, Novartis und Roche einen defensiven Charakter. Trotz den Schwierigkeiten dürfte er daher bei 10‘500 in einem Jahr schliessen.

Die Schweizer Bankentitel legen zu – die UBS war die beste SMI-Aktie im September. Wie erklären Sie sich das?
Die Bankentitel sind infolge der schlechten Kursentwicklung der letzten Jahre stark gedrückt, weil Negativzinsen schwer auf den Erträgen lasten und die Branche zusätzlich geringe Wachstumschancen bietet. Die UBS-Aktie war bis August so tief gesunken, dass eine Gegenbewegung einsetzen musste. Mit einer aktuellen Dividendenrendite von 6.4% und einem Preis-/Buchverhältnis von 0.75 ist die UBS Aktie auch nach dem Anstieg im September immer noch sehr günstig.

Soll man also wieder auf Bankentitel setzen?
Aus heutigem Blickwinkel kann langfristig leider nur wenig Gewinnwachstum erwartet werden. Als kurzfristige Trading-Idee sind die Banktitel aufgrund der tiefen Bewertung durchaus attraktiv. Die Dividendenrendite der UBS AG von 6.4% bietet zudem eine stattliche Risikoprämie.

Führende Ökonomen zeichnen ein düsteres Bild der Weltwirtschaft. Geht der Abschwung nun in den kommenden Monaten richtig los?
Bislang hat der Abschwung vor allem in der Industrieproduktion stattgefunden, der grössere Dienstleistungssektor entwickelte sich positiv. Die Verschärfung des Handelskonfliktes würde der Wirtschaft global aber weiter zusetzen und einen breiten Abschwung auslösen. Die drohende Arbeitslosigkeit sollte den Regierungen Anreiz geben, dies zu verhindern. Mit Fiskalpolitik wie Infrastrukturprogrammen in China, USA und Deutschland könnte die Wirtschaft zusätzlich gestützt und die Produktivität erhöht werden.

Die EU rechnet noch im Oktober mit neuen US-Strafzöllen. Was sind die Auswirkungen für die Schweiz?
Strafzölle auf europäische Industriegüter und insbesondere auf Automobile wären schlecht für die Schweiz, da zahlreiche inländische Zulieferer die Konsequenzen von tieferen Verkaufszahlen und höherem Preisdruck spüren würden. Langfristig sollte Europa jedoch weniger unter zunehmenden Druck geraten als China, da die US-Bevölkerung Europa im Gegensatz zu China nicht als unfairen Wettbewerber sieht. Der politische Rückhalt wäre nicht gegeben.

Donnerstag, 13. Januar 2011

Morgan Stanley: Ökonomischer Ausblick auf Europa

Morgan Stanley's europäische Analysten wagen folgenden Ausblick auf 2011:



Das Wachstum wird insgesamt etwas abflachen aufgrund verminderter staatlicher Ankurberlungsmassnahmen und Budgetkürzungen in Südeuropa. Insgesamt wird das Wachstum weniger von Lageraufstockungen getrieben als mehr durch internen Konsum. Leider werden nur wenige Arbeitsplätze geschaffen.




Obwohl Budgedefizite abnehmen, wachsen Staatsschulden kräftig und dies nicht nur in der Peripherie!
Die endgültige Lösung der Schuldenkrise muss schnell vorangetrieben werden: Die Schulden haben in den letzten vier Jahren enorm zugenommen. Die Analytiker glauben, dass in Zukunft die EU und nicht die einzelnen Nationen als Schuldner auftreten werden (die EU-Länder werden somit solidarisch haften). Diese systemische Lösung wird auf beträchtlichen politischen Widerstand treffen, speziell in Deutschland (doch welche Alternativen haben sie?)!

Inflation und Anleihenrenditen werden im Laufe des Jahres steigen, was die EZB unter Zugzwang bringen wird.

Aufgrund der makro-ökonomischen Vorgaben lässt sich folgende Anlagestrategie ableiten:

  • Aktien: Das Wachstum wird Unternehmensgewinne anheizen. Bevorzugte Sektoren sind Rohstoffe, Versicherungen, Energie und Telecom.
  • Währungen: US-Dollar übergewichten und Euro untergewichten aufgrund der stärkeren US Wirtschaft.

Daniel Loebs Engagement in Disney / Performance in der NZZ

Im Artikel über Daniel Loeb ( https://www.nzz.ch/wirtschaft/daniel-loeb-ein-aktivist-heizt-den-streaming-krieg-an-ld.1698184 ) wird das Enga...