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Freitag, 11. August 2017

Märkte vergessen Nordkorea-Unruhe bald




Was beschäftigt derzeit die Finanzmärkte?
Die letzten Tage wurden getrübt durch zunehmende geopolitische Risiken. Die schwache Führung des Präsidenten der Weltmacht USA öffnet verschiedenen regionalen Akteuren das Spielfeld, um ihren Machtbereich auszudehnen. Das dreiste Verhalten von Nordkorea ist in diesem Kontext zu sehen. Weiter kristallisiert sich das Ende der QE-Programme heraus: Neben der US Fed wird auch die EZB ihre Bilanz zurückfahren. Um die Märkte nicht zu belasten, werden die Notenbanken jedoch diesen Prozess über viele Jahre hinziehen.

Wie wird sich die Schweizer Börse kurzfristig entwickeln?
Ich bin positiv gestimmt: Die geopolitischen Spannungen werden keinen nachhaltigen Effekt auf die Finanzmärkte haben und bald vergessen sein. Auch werden die hohen Bewertungen der Aktien und die künftige restriktivere Geldpolitik die Märkte in den nächsten Wochen noch nicht belasten. Hingegen unterstützen positive Meldungen aus der Wirtschaft eine Erholung nach den Einbussen der letzten Woche.

Wo steht der SMI in zwölf Monaten?
Die hohen Bewertungen der Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche könnten in den kommenden Monaten den SMI zurückbinden. Zudem kann die tiefere Notenbankliquidität die Finanzmärkte zusätzlich belasten, denn eine zu hastige Rückführung der Notenbankbilanzen würde den Märkten Liquidität entziehen. Ich glaube daher, dass wir in den nächsten Monaten mit höherer Volatilität rechnen müssen, der SMI aber in einem Jahr immer noch um 9000 Punkten notieren wird. Eine grössere Korrektur erwarte ich aufgrund soliden Gewinnwachstums nicht.


Landis+Gyr, Idorsia und Co.: Wer ist Ihr Liebling unter den Neulingen an der Schweizer Börse?
Da ich Schweizer Industriewerten hohes Kurspotenzial wegen der guten Konjunktur und des schwächeren Frankens zuschreibe, ist Landis+Gyr, führend in Stromnetz-Technologie, mein Favorit. Das Unternehmen dürfte zudem vom hohen Investitionsbedarf der europäischen Stromversorger profitieren. Das etwas hohe Kursgewinnverhältnis von Landis+Gyr birgt allerdings ein Enttäuschungspotenzial, sollten sich die hohen Erwartungen nicht materialisieren.


Zuletzt galt die ganze Aufmerksamkeit dem Euro-Franken-Kurs. Wie lässt sich mit Währungsschwankungen am besten Geld verdienen?
Schweizer Small- und Mid-Caps, die in der Schweiz produzieren und in die EU exportieren, profitieren am meisten vom günstigen Franken. Um unternehmensspezifische Risiken zu minimieren, investieren wir mittels eines ETF auf den SMI Midcap Index (SMIM).

Im September passt die SIX den SMI an – Titel werden auf maximal 18 Prozent der Gewichtung zurückgebunden. Müssen Investoren auf die Neuerung reagieren?
Diese Massnahme könnte die Kursentwicklung von Nestlé und Novartis, deren Gewicht im SMI über 18% liegt, beeinträchtigen. Die SIX hat jedoch die Änderung der Index-Regeln schon vor Monaten publiziert, sodass diese Information längst im Kurs enthalten sein dürfte. Ich glaube nicht, dass man sich deswegen sorgen müsste.

Welche Anlageklasse könnte im zweiten Halbjahr 2017 überraschend gut abschneiden?
Zyklische Aktien aus Europa und Japan werden sich gut entwickeln. Ihre Bewertung ist im Vergleich zu den USA niedrig und ihre Gewinne profitieren vom guten globalen Wirtschaftswachstum. Zu diesen Zyklikern gehören Banken- und Industriewerte.

Was ist Ihr Top-Tipp für das zweite Halbjahr 2017?
Ich setze auf Titel der erwähnten Branchen. Um günstig und diversifiziert zu investieren, empfehle ich, auf Länder-ETF zu setzen, in welchen die Sektoren Banken und Industrie übergewichtet sind: Im deutschen Aktienmarkt (DAX und MDAX) sind Industriewerte stark vertreten, mittlere Schweizer Unternehmen (SMIM) und europäische Bluechips (Euro Stoxx 50) haben ein Übergewicht in Finanz- und Industriewerten.


Montag, 13. Februar 2012

Guru Buffet's kommender Aktionärsbrief

Fortune brachte am 9.2.12 eine adaptierte Version des kommenden jährlichen Aktionärsbrief von Warren Buffet:
  • Risiko: nicht die Schwankung des Marktwertes, wie es Wall Street oder Finanztheoretiker messen, sondern der Verlust von Kaufkraft ist das effektive Risiko
  • Folglich ist auch Liquidität riskant, da man heute $7 braucht um das zu kaufen, was 1965 einen Wert von 1$ hatte.
  • 5.7% rentierende U.S. Treasury bills haben nach Abzug der Steuern und Inflation nichts gebracht. Die Kaufkraft wäre somit knapp erhalten worden.
  • Obwohl Gold im Wert zugelegt hat, ist Buffet kein Gold Bug: Man stelle sich vor: Haufen A bestehend aus dem gesamten Goldbestand (ein Würfel von 21m Seitenlänge), der keinen Ertrag abwirft oder Ernte einbringt, oder Haufen B mit äquivalentem Wert bestehend aus dem gesamten US Agrarland, 16 mal die Firma Exxon Mobil (die weltweit profitabelste Firma), und einer Billion $ als kleine Reserve. Buffet würde ohne zu zögern Haufen B wählen.
 Folgende Grafik illustriert den Sachverhalt:
Schliesslich fügt er an, dass wenn alle nach Liquidität schreien, der ideale Zeitpunkt sei, um in Aktien wie Exxon Mobil, Coca Cola und IBM - alles erstklassige Unternehmen - zu investieren. Er gibt sich mit folgender Aussage endgültig als Contrarian zu erkennen: "Wir haben "cash is king" Ende 2008 gehört, just als man Liquidität hätte investieren sollen. Analog hörte man anfangs der 1980er "cash is trash", genau zum Zeitpunkt als festverzinsliche Dollar Instrumente die besten Erträge seit Menschengedenken erbrachten. Bei diesen Gelegenheiten, zahlen Investoren, die eine unterstützende Menge benötigen, teuer für ihren Komfort."

Daniel Loebs Engagement in Disney / Performance in der NZZ

Im Artikel über Daniel Loeb ( https://www.nzz.ch/wirtschaft/daniel-loeb-ein-aktivist-heizt-den-streaming-krieg-an-ld.1698184 ) wird das Enga...