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Montag, 13. Mai 2019

Interview vom 10.5.19 der Handelszeitung:
Was beschäftigt derzeit die Finanzmärkte?
Philipp Grüebler: Während die Börse im April durch die Hinweise des Fed-Präsidenten Powell auf eine laxere Geldpolitik in die Höhe getrieben wurde, schreckten in den letzten Tagen die Märkte wegen einer möglichen Eskalation des Handelskonfliktes zwischen den USA und Chinaauf. Die Äusserungen der beiden Regierungen lassen auf ernsthafte Differenzen im Patentschutz und im forcierten Technologietransfer schliessen.

Wie wird sich die Schweizer Börse kurzfristig entwickeln?
Die Börse dürfte nach der letzten Rallye in den kommenden Wochen eine Pause einlegen. Die schlechten Aussichten auf eine Beilegung des Handelskonfliktes drücken die Leitbörsen in den USA und damit auch die Schweizer Börse. Allerdings sehen wir eher einem Seitwärtstrend als einer scharfen Korrektur entgegen, da Wachstum und Geldpolitik weiterhin positiv sind.

Wo steht der SMI in zwölf Monaten?
Das globale Wirtschaftswachstum dürfte über die nächsten zwölf Monate positiv überraschen und solide Unternehmensgewinne ermöglichen. Allerdings nehmen die hohen Kursgewinne in diesem Jahr schon viel Positives vorweg. Die Gewinne des SMI werden daher begrenzt sein, jedoch schätze ich einen Indexstand von über 10‘000 Punkten als realistisch ein.


US-Präsident Donald Trump hat neue Zölle auf chinesische Produkte erhoben. Was bedeutet die überraschende Entwicklung für die globale Konjunktur und die Börsenentwicklung?
Eine weitere Erhöhung der Strafzölle durch die USA, träfe neben chinesischen Firmen auch deren Zulieferer in anderen Schwellenländern. Japan und Europa wären ebenfalls betroffen, da sie Investitionsgüter nach China exportieren. Die USA ist im Vergleich weniger exportorientiert. US-Aktien würden sich daher gegenüber Schwellenländeraktien sowie europäischen und japanischen Zyklikern (Banken und Industrie) besser entwickeln.

Auch im US-europäischen Handelsstreit droht eine Zuspitzung. Mitte Mai wird die US-Regierung entscheiden, ob sie neue Zölle auf EU-Autoimporte erhebt. Rechnen Sie mit einem solchen Schritt? Und wie stark würden diese Strafmassnahmen die europäische Konjunktur belasten?
Ein solcher Schritt ist durchaus möglich. Die Zölle würden massgeblich auf der europäischen und speziell auf der deutschen Konjunktur lasten. Das mässige Wachstum im Euroraum würde zusätzlich gedrückt, wobei ich aber nicht annehme, dass wir damit in eine Rezession rutschen. Dennoch: Die Aussichten für den automobillastigen DAX oder für den Euro Stoxx (vor allem Banken und Industrie) würden sich trüben.

In den USA werden die kommenden Präsidentschaftswahlen bereits zum Thema. Wagen wir einen Blick in die Kristallkugel: Was würde eine zweite Amtszeit von Donald Trumpaus wirtschaftlicher Sicht bedeuten?
Vier weitere Jahre Trump bedeuten, dass die erfolgte Steuersenkung, welche jährlich ein Budgetdefizit von 5 Prozent verursacht, nicht umgestossen wird und die Staatsschulden stark anwachsen werden. Zudem geniessen verschiedene Branchen wie Pharma, fossile Energie und Banken unter Trump eine Vorzugsbehandlung, die bestehen bliebe. Der derzeitig niedrige Konsumenten- und Umweltschutz würde den Unternehmen weiterhin erlauben, die Kosten kurzfristig tief zu halten.

Bei immer mehr Schweizer Unternehmen sind aktivistische Investoren beteiligt. Profitieren die übrigen Aktionäre für gewöhnlich vom Engagement solcher unbequemen Investoren?
Aktivistische Investoren halten die Unternehmensleitung gewöhnlich auf Trab und können daher positiv für die übrigen Aktionäre sein, wenn dadurch der langfristige Erfolg eines Unternehmens verbessert wird. Soll aber nur kurzfristig der Gewinn maximiert werden, kann das Unternehmen langfristig leiden. Die übrigen Aktionäre müssen daher die Ziele, Massnahmen und Möglichkeiten der aktivistischen Investoren in ihren Investitionsentscheiden prüfen.

Sonntag, 12. November 2017

Geopolitik November 2017

Geopolitische Analyse ür Anleger von Marko Papic, BCA Research:
  • USA: Trump-Wähler werden sich enttäuscht nach links wenden und jemanden wie Bernie Sanders wählen, was schlecht für die Anleger sein wird.
  • Europa: Aufbrechen der EU ist keine Gefahr. die rechten Parteien haben dieses Thema aufgegeben und konzentrieren sich auf Beschränkung der Migration.
  • Im nahen Osten nehmen die Risik. Der IS ist geschlagen. Irak und Saudi-Arabien üben sich lediglich in einem lokalen Stellvertreter-Krieg.
  • Im fernen Osten haben die Risiken zu genommen: Nicht wegen Nord-Korea, dessen Regime rational ums Überleben kämpft, sondern wegen der USA, die danach handelslpolitische Massnahmen gegen China ergreifen könnten, was der globalen Wirtschaftsentwicklung abträglich wäre

Donnerstag, 21. März 2013

BCA Präsentation vom 21.03.13: US Anlagestrategie


Heute früh war ich an einer Präsentation von BCA über den makro-ökonomischen Ausblick der USA.
Mark McClellan hatte folgende zu sagen:

US Wachstum sollte im letzten Quartal 2013 zulegen

Die USA folgt dem "klassischen Zyklus" nach dem Platzen einer Immobilien- und Kreditblase
(USA ausgezogene Linie; andere Länder gestrichelte Linie) 
… Nach dem Platzen ist die Erholung typischerweise zäh.
Während das Wachstum diesen Sommer immer noch negativ überraschen kann aufgrund einer zu heftigen Austeritätspolitik im 3. Quartal (Sequester!), erwartet BCA, dass der Kongress nur stark verwässerte Austeritätsmassnahmen treffen wird. Zudem sei die Gefahr überbordender Budgets der US-Gliedstaaten bis auf Illinois gebannt. 2014 sollte dann die Wirtschaft richtig zulegen...

US Zinsen: Vorsicht!

Die Politik des Fed's habe sich gewandelt: Historisch habe das Fed die Zinsschraube 6 Monate vor dem prognostizierten schliessen der Kapazitätslücke angezogen. Heute sei jedoch geplant die Zinsen erst zum Zeitpunkt 0 anzuheben. Dabei wird ein Überschiessen der Inflation von 3 bis 4 % in den nächsten 3 bis 5 Jahren bewusst in Kauf genommen. 
Berechnungen von BCA zeigen, dass der Markt nur einen schwachen Anstieg der Geldmarktzinsen im 2015 erwartet, während BCA von einem zügigen Anstieg ausgeht (aufgrund von Inflationsdruck). 
Die Wahrscheinlichkeit von einem Blutbad bei den Obligationen steigt!

US Aktien: Übergewichten!

Die Risikoprämie der Aktien war in den letzten Jahren ausgesprochen hoch (v.a. wegen den tiefen Obli Zinsen). Die Prämie wird wegen steigenden Obligationenrenditen und steigen Aktienkursen in den nächsten Jahren fallen. Aber: in 3 bis 5 Jahren wird der Bondcrash auch auf die Aktien drücken


US Dollar ?

Die stärkere Wirtschaft ist kurzfristig positiv für den Dollar. Längerfristig befindet sich der Dollar jedoch immr noch auf der Talfahrt aufgrund des Handelsbilanzdefizits. Der Euro habe Potential gegen oben. Zur Eurokrise wollte sich Mark aber nicht äussern.

Gold ?

Das Gold sei bei USD 600 bis 1100 fair bewertet. Der heutige Goldpreis impliziere eine Inflation von 18% über 5 Jahre.
Die untenstehende Grafik zeigt den Ausbruch des Goldpreises gegen über der Inflation (CPI) seit 2005.



Auch gegenüber den realen Zinsen (TIPS yields, unten invertiert dargestellt) befinde sich das Gold auf dünnem Eis, da die Obligationenrenditen doch plötzlich ansteigen können.


Während der Präsentation sass ich neben dem Leiter eines Analytiker Teams der Schweizerischen National Bank. Auf meine Bemerkung hin, dass wir doch angesichts der Explosion der globalen Geldmenge in einer interessanten Zeit lebten, meinte er, dass ihm die Explosion der Geldmenge auch Angst mache, zumal das noch nie ausprobiert wurde!!! 
Es ist daher sicher, dass die Zentralbanken keine Exitstrategie für das QE haben. Dies ist sehr positiv für Gold !

Donnerstag, 16. Juni 2011

Zombie Konsumenten in den USA

Konsumenten in den USA am Shoppen

Die heutige FT brachte einen interessanten Artikel über den hoch verschuldeten US Konsumenten von Stephen Roach (Morgan Stanley).
Die Haushaltsverschuldung hat 2007 die Spitze von 130% des verfügbaren Einkommens erreicht und sank heuer auf 115%, noch weit entfernt des Mittelwertes von 75% des Zeitraumes 1975 bis 2000. Ebenso erreichte die Sparquote ein Tief von 1.2% (2005) und stieg nun auf 4.9%, immer noch unterhalb des langjährigen Schnittes von 8%. Offensichtlich ist die USA heute nicht in der Lage einen Wachstumspfad zu beschreiten, der durch internen Konsum angetrieben wird, da der Konsument immer noch den Gürtel enger schnallen muss. Stephen Roach kritisiert weiter die keynesianischen Ankurbelungs- (oder Stimulus-) Pakete der US Regierung welche zu weiteren rücksichtslosem Ausgabeverhalten des US Konsumenten führe. 3 - 5 Jahre seien notwendig um das Haushaltsschuldenproblem zu lösen.
Während ich mit dem 3 bis 5 jährigen Zeitraum zur Behebung des übereinstimme, vermisst die Kritik am Stimulusprogramm den Effekt des Sparparadoxons (engl. paradox of thrift), üblicherweise gelehrt im Grundkurs für Volkswirtschaft, welches besagt, dass speziell in Volkswirtschaften mit Unterbeschäftigung (offizielle Arbeitslosenrate von 9%), eine Erhöhung der Sparquote zu einer weiteren Kontraktion der Wirtschaft führt. Weiter gilt zu beachten, dass gemäss US Gesetzgebung auf Gliedstaaten- und Gemeindeebene das Budget ausgeglichen sein muss, was zu tieferen Ausgaben in einer Rezession führt. Folgerichtig muss auf Bundesebene Gegensteuer durch ein Stimulierungspaket gegeben werden. Persönlich würde ich aber nicht weitere hunderte Milliarden den Banken Wall Streets geben, in der Hoffnung dass dieses Geld irgendwann zu Ottonormalverbraucher durchsickern wird.
Aktien der US Konsumgüterindustrie sind daher nicht zu empfehlen (speziell Automobilhersteller). Ebenso dürfte das Gespenst der Inflation vorerst nicht erscheinen.

Mittwoch, 12. Januar 2011

2011 entscheidend für verschuldete US Staaten

Die FT brachte heute einen Artikel über verschuldete US Staaten und Gemeinden.

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Der riesige Markt für Gemeindeanleihen (USD 3'000 Milliarden) wird dieses Jahr schwierigen Zeiten entgegen gehen.
Obwohl die US-Wirtschaft sich erholt, werden sich aufgrund reduzierter Einnahmen aus Bundesquellen, sinkender Grundstückssteuererträgen sowie höherer Zinsen wegen tieferer Kreditfähigkeit die Finanzen auf kommunaler Ebene erheblich anspannen. 

Generell werden die Gemeinden ihre Ausgaben deutlich kürzen müssen und ihre Finanzen kontrollierter verwalten, um ihre Schuldverpflichtungen erfüllen zu können. Trotz aller Anstrengungen werden wir 2011 und 2012 einige Konkurse sehen. Grösster Wackelkandidat ist Illinois, wo die finanzielle Lage am prekärsten ist und das Budget massgeblich durch Ausgabe öffentlicher Anleihen finanziert wird. Obligationen von Illinois beinhalten seit Jahren die höchsten Kreditaufschläge in den USA.

Daniel Loebs Engagement in Disney / Performance in der NZZ

Im Artikel über Daniel Loeb ( https://www.nzz.ch/wirtschaft/daniel-loeb-ein-aktivist-heizt-den-streaming-krieg-an-ld.1698184 ) wird das Enga...