Wie früher erwähnt, sind führende US Ökonomen wie Joseph Stiglitz, BCA Research und Paul Krugman für mehr fiskalische Ausgaben um die Wirtschaft auf trab zu bringen. Nouriel Roubini kann nach seinem letzten Interview auf wsj.com ebenfalls dazu gezählt werdern:
Montag, 15. August 2011
Sonntag, 14. August 2011
BCA über US und Weltwirtschaft
Am 11. August publizierte BCA Research eine Studie über die US Wirtschaft im Zusammenhang mit der kürzlichen Panik Attacke der Märkte. Diese sind beunruhigt über den Zustand der öffentlichen Finanzen und das anämische Wirtschaftswachstum:
- Entwickelte Länder befinden sich im "New Normal": generell höhere Arbeitslosigkeit, vermehrtes Sparen sowie tieferer Konsum und daraus folgend tieferes Wachstum
- Die USA befindet sich in einer Liquiditätsfalle wo Geldpolitik keine Wirkung zeigt.
- Die Wirtschaft braucht deswegen kurzfristig expansive Fiskalpolitik um sich dem Teufelskreis der schwachen Beschäftigung der Unternehmen, der den Konsum der Arbeitnehmer beschränkt, was wiederum die Vorsicht der Unternehmen bestätigt.
Schwellenländer sind in einer viel besseren Situation: Trotz hoher Inflation handelt es sich hier um eine klassische Überhitzung. Mit solidem Wachstum sind diese Länder in einer Position restriktive Geldpolitik zu verkraften. Zudem sollten tiefere Lebensmittel- und Energiepreise die Inflation dämpfen. Schwellenländer können sich vermehrt auf inländischen Konsum stützen, wobei Exporte in die entwickelten Länder wichtig bleiben.
Zusammenfassend lässt sich folgern, dass das globale Wachstum tiefer ausfallen wird und gravierende Risiken bestehen:
Wenn die Arbeitslosigkeit (in den USA) weiter steigt, kann die Wirtschaft in einen Abwärtsstrudel geraten. Es braucht massive wirtschaftspolitische Massnahmen um die Finanzmärkte zu stabilisieren, die Wirtschaft zu stärken und die Konsumentenstimmung zu verbessern.
Wenn die Arbeitslosigkeit (in den USA) weiter steigt, kann die Wirtschaft in einen Abwärtsstrudel geraten. Es braucht massive wirtschaftspolitische Massnahmen um die Finanzmärkte zu stabilisieren, die Wirtschaft zu stärken und die Konsumentenstimmung zu verbessern.
Mittwoch, 3. August 2011
Big Mac
Der aufgepeppte Big Mac Index des Economist zeigt die Über- und Unterbewertung von Währungen mittels Kaufkraftparität. Das neue Rezept beinhaltet eine Anpassung des ursprünglichen Indizes durch Berückstichtigung der BIP pro Kopf Unterschiede pro Land.
Demnach sind der brasilianische Real, die Schwedische Krone und der Schweizerfranken massiv überbewertet. Diese Überbewertung hat ihren Ursprung in der super expansive Geldpolitik der USA und in der Schuldenkrise. Indien und China haben sich der Überbewertung durch die starre Anknüpfung an den US Dollar entziehen können.
Donnerstag, 21. Juli 2011
Die Versprechen der alternativen Anlagen
Die Befürworter alternativer Anlagen wie Hedge Funds, Private Equity, Immobilien etc. versprechen höhere Renditen, tiefere Korrelationen und tiefere Schwankungen. Dies habe ich zu mindest in meiner Ausbildung zum CAIA im 2007 gelernt. Vier Jahre sind nun vergangen und ich frage mich, ob sich diese Versprechen eingehalten werden.
Mittlerweile habe ich einige kritische Beobachtungen professioneller Investoren über Hedge Funds gelesen:
Warren Buffet nimmt an, dass Hedge Fund Gebühren (2/20 fee structure) dafür sorgen, dass im Ganzen gesehen Investoren mit Hedge Funds eine schlechtere Performance erzielen.
Prof. Allan Roth von der University of Colorado schrieb in seinem Blog:
- Zu teuer: Während normale Anlagefonds 1-2% p.a. kosten (und schlechter als der Markt abschneiden) verdienen Hedge Funds 2/20. Mit einem Fund of Fund hat man jedoch 2 Schichten der 2/20-Gebühren!
- Ermutigung zum Risiko: 2/20 ermutigen die Manager exzessiv Risiken einzugehen. Gewinnen sie, verdienen Sie enorm; verlieren sie, schliessen sie den Fonds und starten einen neuen.
- Risikoreiche Hedge Funds ziehen das meiste Geld an: Berater wählen typischerweise Fonds mit der besten vergangenen Performance, d.h.risikoreiche Fonds, die Glück hatten. Das sind genau die Fonds, die mit grösster Wahrscheinlichkeit in Zukunft grosse Verluste einfahren (Das Glück bleibt aus und der grosse Hebel sorgt für eine steile Talfahrt).
- Ineffizienzen reduziert: Die meisten Hedge Funds wollen mit ihrer Strategie Marktineffizienzen ausnützen. Leider verringern die grossen Kapialzuflüsse diese Möglichkeiten.
- Geringe Liquidität: Die meisten Hedge Funds erlauben ihren Investoren nicht, ihr Geld kurzfristig abzuziehen. Man ist über Monate, teils sogar über Jahre gebunden.
- Geringe Transparenz: Hedge Funds sind betreffend ihren Positionen und den Details ihrer Anlagestrategie intransparent, mit dem Verweis auf den Schutz ihres geheimen Erfolgsrezeptes. Damit macht man es Betrügern wie Bernie Madoff sehr einfach.
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| Typischer Hedge Fund Manager |
- Je grösser der Anteil von Alternativen Anlagen, desto höher die Verwaltungskosten.
- Die durchschnittliche Allokation von 6% Hedge Funds pro Pensionskasse verschlingt einen Drittel der gesamten Verwaltungskosten.
- Je grösser der Anteil von Alternativen Anlagen, desto tiefer die Gesamtrendite der Kasse.
Zusammenfassend kann wohl bemerkt werden, dass Alternative Anlagen nur deren Manager reicht macht und nicht den Investor, der hohe Rechnung bezahlen darf.
Zum Schluss möchte ich noch auf die ökonomische Funktion des Investors verweisen: Er sollte eigentlich effizient der Wirtschaft über einen längeren Zeitraum Kapital zur Verfügung stellen und nicht kurzfristigen, spekulativen Gewinnen nach jagen. Die klassischen Value-Investoren genügen erstens dieser Funktion und zweitens haben sie bewiesen, dass Sie langfristig besser abschneiden.
Zum Schluss möchte ich noch auf die ökonomische Funktion des Investors verweisen: Er sollte eigentlich effizient der Wirtschaft über einen längeren Zeitraum Kapital zur Verfügung stellen und nicht kurzfristigen, spekulativen Gewinnen nach jagen. Die klassischen Value-Investoren genügen erstens dieser Funktion und zweitens haben sie bewiesen, dass Sie langfristig besser abschneiden.
Mittwoch, 20. Juli 2011
Derivate, Spekulation und Ökonomik
Heute (20.07.11) erschien in der NZZ auf Seite 29 ein interessanter Artikel von Marc Chesney (Finanzprofessor an der Uni Zürich) mit dem Titel "Derivative Finanzprodukte und ihre Systemrisiken". Er zerpflückt die Argumente der Ökonomen zur Rechtfertigung der weiten Verbreitung von Derivaten:
Interessanterweise war der Anteil der Gewinne der Finanzindustrie vor 60 Jahren weniger als 10% der totalen Unternehmensgewinne und ist heute auf fast 30% angewachsen (siehe unterstehende Grafik). Man erinnere sich daran, dass der Finanzsektor keine konsumierbare Produkte oder Dienstleistungen herstellt und seine Funktion alleine in der Kapitalintermediation besteht (für Unternehmen die tatsächlich etwas herstellen).
Mit der Deregulierung der 80er, der weiten Verbreitung der modernen Finanztheorie und der Derivate konnten die Finanzinstitute ihre Gewinnmarge auf 50% erhöhen, was fast das doppelte des "produktiven Sektors" darstellt (25-30%).
- Zweck sei die Absicherung von Risiken: Tatsache ist aber,dass die Nominalwerte aller Derivate das neunfache des Welt-BSP betragen. Der überwiegende Teil der Derivate wird folglich für spekulative Zwecke eingesetzt.
- Derivate erhöhen die Markteffizienz durch Spekulation und Arbitrage. Die erhöhte Effizienz wird aber durch erhöhte Kosten in Form von höheren Preisen und (höherer Preisvolatilität) überkompensiert. Beispiel: Spekulation in Landwirtschaftsgütern treibt Preise in die Höhe.
- Angleichung von Management- und Aktionärsinteressen. Managementvergütungssysteme mittels Aktienoptionen sind untauglich diese Interessen anzugleichen, was sich insbesondere beim Auftreten von (grossen) Verlusten zeigt. Aktienoptionen fürhen zu erhöhtem Riskoappetit der Manager.
Interessanterweise war der Anteil der Gewinne der Finanzindustrie vor 60 Jahren weniger als 10% der totalen Unternehmensgewinne und ist heute auf fast 30% angewachsen (siehe unterstehende Grafik). Man erinnere sich daran, dass der Finanzsektor keine konsumierbare Produkte oder Dienstleistungen herstellt und seine Funktion alleine in der Kapitalintermediation besteht (für Unternehmen die tatsächlich etwas herstellen).
Mit der Deregulierung der 80er, der weiten Verbreitung der modernen Finanztheorie und der Derivate konnten die Finanzinstitute ihre Gewinnmarge auf 50% erhöhen, was fast das doppelte des "produktiven Sektors" darstellt (25-30%).
Donnerstag, 7. Juli 2011
UBS und CS sind zwei riesen Hedge Funds
| Banker spielen mit ! |
- Eigenkapitalerfordernisse basieren heute auf "risk weighted assets" (rwa) gemäss den internationalen Basler Standards. Diese Modelle werden von den jeweiligen Instituten entwickelt und unterhalten.
- Die Modelle basieren auf dem Value at Risk (VaR), der das tägliche Risiko in Rechnung stellt aber nicht Extremrisiken (tail risk). Die Folge ist ein Understatement des Risikos.
- Banken haben einen Anreiz, das Kapital tief zu halten um den sog. Return on Equity (RoE) zu erhöhen und die Mittel die Modelle entsprechend zu beeinflussen.
- Während die Eigenkapitalquote basieren auf rwa sich bei der UBS und der CS erhöht haben, hat sich die Quote basierend auf der gesamten Bilanzsumme nicht verändert. Sie liegt bei der UBS bei 1.63% und bei der CS bei 1.88%.
- Diese Quote entspricht einem aggressiven Hedge Fund mit einem Hebel von 60. Würden Sie alle Ihre Ersparnisse in diesen Hedge Fund legen?
- Die Bilanzsumme der UBS beträgt CHF 1.300 Milliarden oder 4 mal das BIP der Schweiz. CS hat eine ähnliche Bilanz. Die Schweiz könnte das nächste Island sein!
Dienstag, 5. Juli 2011
Goldbug
Finews.ch hat heute früh ein Interview mit mir über Gold aufs Netz gestellt.
Zusammenfassend gilt:
- Schutzfunktion von Gold gilt nach wie vor
- Goldmünzen - als Zahlungsmittel im Extremfall des Zusammenbruchs des Finanzsystems - werden mit erheblichem Aufschlag sind unattraktiv
- Wir empfehlen daher 5-10% des Vermögens in physisch hinterlegten Gold ETF.
- Andere Rohstoffe folgen anderen Gesetzmässigkeiten und sind meist nicht physisch hinterlegt (teilweise massive Performanceabweichungen von ETF gegenüber Basiswert).
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